Der erste Schritt ...

... ist bekanntlich der schwerste. Oder?

 Ich habe diese Meinung lange vertreten, doch mittlerweile denke ich das eine Konstanz zu halten schwerer ist als den ersten Punkt zu setzen.

Stellt euch vor:

Ihr hinterlasst einen Eindruck. Man hat Erwartungen. Man hat Hoffnungen.

Nun soll man dessen gerecht werden. Man muss den Eindruck bestehen lassen. Man muss Erwartungen erfüllen. Man muss Hoffnungen am Leben erhalten.

Also ist es der eine Moment, die eine Begegnung, der eine Kontakt oder der Rest?

 

Wie komme ich überhaupt zum Schreiben?

Ein Weg wäre langweillig, wenn er keine Kurven hätte. - M.L.

Ich habe in meinem Leben, trotz meiner jungen Jahre, schon genügend Fehler gemacht. Mehr als genug. Doch all diese Wege haben mich hierher gebracht. Wo ist hier?

Die meisten Menschen haben mit 20 eine fertige Ausbildung. Ich nicht. Noch nicht.

Ich hatte nie so richtige Ziele.

Ich mache zurzeit die Berufsmatura in den Fächern: Deutsch, Englisch, Mathemathik, Eventmanagement und Medieninformatik.

Die Berufsmatura setzt eine abgeschlossene  Lehre vorraus. Ich habe eine Lehre beendet. Ich bin gelernter Bürokaufmann. Bürokaufmann auf Umwegen.

Ich habe nie so richtig gewusst was ich will. Ich habe viele Schulen gewechselt. Ich war in drei Volksschulen und in zwei Gymnasien sowie in zwei Hauptschulen. Die dritte Klasse habe ich wiederholt. Latein. Ich dachte immer ich wäre nicht sprachbegabt. Ich war einfach nur faul. Sehr faul.

Dannach war ich in einer Tourismusschule. Ein Jahr. Ich habe Erfahrungen im Bereich Gastronomie gesammelt, und bin dafür dankbar, doch ich möchte nie wieder in der Gastronomie arbeiten.

Nach meinem Abbruch habe ich meine Lehre angefangen. Diese habe ich nach 16 Monaten wieder abgebrochen.

Wieso?

Ich war faul. Sehr faul. Ich war pubertär. Sehr pubertär.

Dann habe ich mich über ein Jahr irgendwie über Wasser gehalten und nichts getan.

Ich wollte wieder Arbeit suchen, doch ich war zu faul. Viel zu faul.

Dann hatte ich Glück. Das AMS hat eine Intensivausbildung am bfi veranstaltet und dafür 20 Teilnehmer gesucht. Jeder Anwärter musste einen Test schreiben und ein persönliches Gespräch führen. Es gab knapp 60 Anwärter. Ich war einer der glücklichen 20.

Ich hatte einen tollen Trainer. Einen Trainer der mein Potenzial gesehen hat. Ein Trainer der gewusst hat was er tut. Ich habe ihn sehr respektiert, und er hat mir wichtige Sachen für mein Leben beigebracht. Der Kurs hätte im Oktober geendet. Die Berufsmatura (die ich zwar immer im Auge hatte, aber aus Angst vor dem Scheitern nicht allzu wahr genommen habe) begann im September.

Der Oktober ist nach dem September. Ich musste eine Entscheidung treffen. Den Kurs beenden, meine Lehrabschlussprüfung normal machen, und dann einen Job suchen oder den Kurs abbrechen, die Lehrabschlussprüfung auf eigene Faust machen, die Eintiegstests für die Berufsmatura bestehen und die Berufsmatura zu machen. Kopf oder Zahl? Save oder Risiko?

Ich entschied mich für Risiko. Ich hab mich für die Lehrabschlussprüfung angemeldet. Ich habe den Kurs am bfi abgebrochen. Ich hatte keine Optionen. Als ich ging, hat mich mein Trainer umarmt und mir ins Ohr geflüstert:"Wehe du schaffst die Lehrabschlussprüfung nicht." Ich versprach ihm nicht zu Scheitern. Ein Versprechen und somit eine Last mehr auf meinem Rücken, die ich zu tragen hatte.

Ich habe mein Versprechen gehalten. 

Dann kamen die Eintiegstests.

Deutsch - okay.

Englisch - okay.

Mathemathik - Scheisse.

Ich war nie ein Mathemathiktalent. Aber es hat gereicht.

Am 13. September habe ich die Berufsmatura begonnen.

10 Monate Zeit den Stoff von 4 Jahren AHS - Oberstufe unter einen Hut zu bringen. Klingt schwer, ist es auch.

 Also: Wie komme ich überhaupt zum Schreiben?

Mein Deutschlehrer gab uns als Aufgabe einen literarischen Text zu dem Thema "Wie man leben soll" zu schreiben.

Mein Text hat ihn davon überzeugt, dass ich ein Talent dafür haben könnte, und er fragte mich ob ich gerne Schreiben würde.

Ich hatte nie so richtige Ziele. Doch nun hatte ich eine Option.

Mit Schreiben kann man vieles Erreichen. Und damit meine ich nicht nur Geld und Ruhm. Ich meine viel eher seelische Erleichterung.

Also versuche ich es. Ich werde versuchen regelmäßig Blogs zu verfassen. Ich werde versuchen Leser zu finden. Ich werde versuchen Ziele zu finden.

 

Focus on.

17.10.10 21:41

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